Die Ausweitung des Klinikbetriebes hat weder praktischen noch finanziellen Nutzen für die Stadt Bergisch Gladbach – im Gegenteil!

September 2016, Ergänzung aus gegebenem Anlass:

Uns erreichen Anfragen, ob das derzeitige Angebot an Entzugsplätzen in Bergisch Gladbach ausreichend ist. Diese beantworten wir gerne an dieser Stelle:
Die PSK versorgt schon heute nicht nur Patienten aus Bergisch Gladbach und Köln, sondern auch aus dem Oberbergischen Kreis und dem Ruhrgebiet. Mit dem neuen Klinikkomplex soll besonders das Angebot für den Alkoholentzug ausgebaut werden.
Zum generellen Angebot von Entzugsplätzen im Großraum Köln zitieren wir aus der aktuellen Publikation des Gesundheitsamtes Köln "Hilfen für Menschen mit einer Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit - Wegweiser zu Diensten und Einrichtungen":
"Im Umkreis von Köln gibt es eine Vielzahl von Entwöhnungseinrichtungen. Diese alle aufzuführen, würde den Umfang dieses Wegweisers sprengen."
Umfangreich beschrieben wird ebenfalls das Angebot für Patienten/ Hilfesuchende zu
- allgemeiner Beratung
- Akutbehandlung
- betreutem Wohnen

Entgiftungen werden in der Regel neben den vorhanden Facheinrichtungen auch von allen Krankenhäusern durchgeführt.

Somit sind die Hilfesuchenden aus Bergisch Gladbach und dem angrenzenden Köln bereits heute umfangreich versorgt!


Folgende Auszüge aus der bisherigen Kommunikation in Politik und Verwaltung halten wir für sehr wichtig:

  • In der Versammlung im April 2015 des Bürgervereins Gierath-Schlodderdich trug Herr Klaus Orth (SPD) vor, dass die Psychosomatische Klinik - PSK der Stadt Bergisch Gladbach weitere Arbeitsplätze biete und Steuereinnahmen sichere. Allerdings ist die PSK als gemeinnützige GmbH von der Gewerbsteuer- und Körperschaftssteuerpflicht befreit. Laut ihrer Homepage ist sie keine eigene Betriebsstätte, sondern eine 100%ige Tochtergesellschaft des kommunalen Krankenhausverbund Kreiskliniken Gummersbach-Waldbröl GmbH, an deren Betriebstättenfinanzamt eventuelle andere Steuern abgeführt werden.  Folglich vereinnahmt die Stadt Bergisch Gladbach keine nennenswerte Steuern. Da mit der Klinikerweiterung auf der Schlodderdeichs Wiese die Schließung einer Klinik im Oberbergischen einhergeht, werden in Bergisch Gladbach keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Es findet lediglich eine Verlagerung des Arbeitsstandortes für Angestellte des Krankenhausverbundes statt.
  • Der Vertreter der PSK argumentierte in derselben Versammlung, dass der zentrumsnahe Standort in Gronau wichtig sei, weil Gladbacher Bürger erstrangige Zielgruppe der Klinik auch mit ihren erweiterten Kapazitäten sei. Dabei hat Bergisch Gladbach bereits ein völlig ausreichendes Angebot an stationären Entzugsplätzen. Zudem gehören zu dem Pflichtversorgungsgebiet der PSK nach eigenen Angaben nicht nur Bergisch Gladbach, sondern auch der gesamte Rheinisch-Bergische Kreis und Köln. Folglich werden Menschen aus anderen Städten in die PSK überwiesen.

  • Der Fachbereich Sozial- und Jugendhilfe der Stadt Bergisch Gladbach hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Sozial- und Jugendhilfe verstärkt in Anspruch genommen werden könnte, wenn angereiste Patienten nach Beendigung der stationären Therapie in Bergisch Gladbach verweilen.